Artikel
0 Kommentare

Virenscanner unter Android – Fluch oder Segen?

Security - CC-BY-SA 2.0 flickr/120360673@N04

Es gibt Themen, die werden seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert. Dazu gehören meiner Einschätzung nach sämtliche Formen von Antivirus und Sicherheitstools. Bei Android gibt es ein sehr breit gefächertes Angebot von Sicherheitssoftware. 

Laut dem Internetportal mobile-studien.de ergibt sich allein in Deutschland ein Marktanteil für Android von knapp 66%. Weltweit ergeben sich mit 88% noch höhere Zahlen. Im zweiten Quartal dieses Jahres wurden knapp 300 Millionen  Smarthpones verkauft.  Das heißt es nutzen extrem viele Menschen Android Smartphones. Wo viele Leute etwas benutzen – zum Beispiel Microsoft-Produkte – entsteht gleichzeitig auch ein Markt für Betrüger.

Wer schürt eigentlich den Antiviren-Bedarf?

Nachdem ein großer Markt an Nutzern entstanden ist, haben viele Antiviren-Hersteller Potenzial entdeckt. Oft selbst finanzierte Studien, natürlich Pro-Antivirus resümierend, wurden über die Medien hinweg propagiert.  Letztes Jahr im Mai sollen 140.000 Malware-Apps im Umlauf gewesen sein. Malware? Ja, denn das ist der eigentlich richtige Begriff. Ein Virus verbreitet sich selbst auf noch weiteren Rechnern. Das ist Stand heute auf Android noch nicht vorgekommen. Der richtigere Begriff ist eher Malware.

Wie Schadsoftware auf das Smartphone kommt

Ich persönlich glaube, dass man sich nur Malware einhandelt, wenn man fernab von den normalen und sicheren Wegen unterwegs ist. Dabei zählen für mich vor allem alternative Stores (Google Play prüft seine Inhalte in wiederkehrenden Zeitabschnitten) und auch zwielichtige Websites (mit Warez oder anderem Kram). Wenn man nicht jede App blind installiert und nicht glaubt, dass hinter der kostenlosen App 487 kostenlose Tierstimmen stecken, fährt man meiner Einschätzung nach ganz gut.

Antivirus: ja oder nein

Für mich ist die Einschätzung ganz klar: nein. Wenn es rein um Antivirus geht. Ich gehe später noch mal genauer darauf ein, was ich damit sagen möchte. Aber reine Antiviren-Software ist für mich einfach nicht das richtige. Persönlich glaube ich an die Sandbox-Philosophie und an die anderen Sicherheitskonzepte von Android. Mit gesundem Menschenverstand kann man auf einem Standard-Smartphone mehr erreichen. Den größten Knackpunkt sehe ich bei Antiviren-Software, mal unabhängig des Betriebssystems, dass es in irgendeiner Weise mit Regeln funktioniert. Auch wenn diese Regeln intelligten Heuristiken enthalten, upgedated und von Profis entwickelt werden. Es kann eben nur beseitigt und verbannt werden, was bekannt ist. In den letzten Monaten häuften sich die Meldungen über mehrere Jahre alte Sicherheitslücken. Was haben die bekannten Sicherheitslösungen bis zum öffentlichen Bekanntwerden dagegen gebracht? Richtig: nichts. Und genau deswegen kommt eine Antiviren-Lösung, die mein System Performance-technisch in die Knie zwingt nicht in Frage.

Wie zufrieden sind die Benutzer?

Antivirus-Benutzer installieren meiner Denke nach nur Antivirus um beruhigter schlafen zu können. Ich kann x oder y machen und fange mir keinen Virus ein. Wenn man sich nicht mit der Technik auseinander setzen möchte, unter Umständen eine valide Erklärung. Ich für meinen Teil kann damit nichts anfangen. Wenn man sich im Google Play Store die große Auswahl an Apps anschaut und dabei die Bewertungen vergleicht, kommt es einem als Notwendigkeit vor eine Antiviren-App zu besitzen.

Die schiere Masse an Antivirus-Apps im Google Playstore

Die schiere Masse an Antivirus-Apps im Google Playstore

Doch die Vergangenheit zeigt, dass Entwickler Ihre Bewertungen selbst beeinflussen. Auf anderen Seiten finden sich gute Mischungen aus redaktionell erarbeiteten und communitybasierten Reviews. In meiner Recherche positiv aufgefallen ist hier netzsieger.de. Bei einigen Apps finden sich in letzter Zeit negative Bewertungen im PlayStore. Mal schauen wie lange diese noch verfügbar sind…

Gibt es Ausnahmen?

Oben erwähnte ich Ausnahmen für eine positivere Einschätzung für Antivirus-Lösungen. Ich denke dabei an ganze Sicherheitssuiten. Unter Berücksichtigung und nicht all zu drastischer Verlangsamung der Systemperformance finden sich hier gute Ergänzungen. Darunter fallen meiner Einschätzung nach:

  • Fern-Wartung: Löschung, Ortung, Sperrung des Mobiltelefons bei z.B. Verlust
  • Backup-Funktionen
  • Verschlüsselung einzelner Dateien
  • Privatsphäre-Optionen (einzelne Apps von der Ortung o.ä. ausschließen)

Diese Punkte tragen ebenfalls wieder zum „Ich kann gut schlafen bei“. Im Vergleich zu den PC-Konkurrenten sind die Smartphone-Produkte wesentlich erschwinglicher.

Fazit für Virenscanner-Lösungen

Ich werde vermutlich niemals Antiviren-Lösungen / Virenscanner / Spyware-Abwehr / Malware-Blocker und so weiter einsetzen. Zumindest nicht wenn ich von der Sicherheitsarchitektur des Systems viel halte. Solange ich meinen eigenen Menschenverstand richtig einschätze werde ich glaube ich auch nicht Opfer von Viren und Konsorten. Weniger Technik-Begeisterte finden vermutlich ein Sicherheitsgefühl in Virenscanner-Lösungen und der ein oder andere Schädling wird sicherlich abgeblockt. Also: warum nicht? Ich verzichte und investiere das Geld in ein gutes Essen.

Habt Ihr Erfahrungen oder abweichende Meinungen zum Thema? Hinterlasst mir einen Kommentar oder meldet Euch bei mir.

Beitragsbild: Security – CC-BY-SA 2.0 flickr/120360673@N04

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.